Originalquelle: ALLRIS-Original
220004 · 2022-01-26 · Antrag · öffentlich
Antragsteller: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Dr. Daniel Rutte Karin Robinet SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Peter Kox Gabriel Kunze Die Linke-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Holger Schmidt Volt-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Frank Fremerey
Familien suchen preiswerten Wohnraum und müssen oftmals auf flächenintensiven Neubau im Umkreis der Städte ausweichen, während viele ältere Menschen in zu großen Wohnungen leben, aber aus unterschiedlichen Gründen dort verweilen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Bestandsmieten langsamer steigen als die Neuvertragsmieten. Somit lohnt es sich für viele Leute nicht umzuziehen.
Um diesem potentiell umzugswilligen Personenkreis zu ermöglichen, zu vertretbaren Bedingungen in eine kleinere Wohnung umzuziehen und damit flächensparend mehr Wohnraum für Familien zu schaffen, sollte ein Konzept entwickelt werden, das auch den Erkenntnissen der Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren Rechnung trägt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es nicht reicht, altengerechten Wohnraum bereitzustellen, sondern es bedarf der „persönlichen Ansprache“: „Notwendig sei, dass jemand mit den alten Menschen gemeinsam die neue Wohnung besichtige, mit ihnen die Vor- und Nachteile abwäge und schließlich auch zusammen den Umzug plane. Es sei nicht damit getan, dass der Staat den Möbelwagen bezahlt. Mindestens für eine Woche bräuchten alte Menschen jemanden, der ihnen hilft, den eigenen Haushalt zu verkleinern.“
Ansonste
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Die VEBOWAG wird gebeten, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung ein Konzept für Wohnungstausch zwischen alten und jungen Menschen zu entwickeln und in einem Pilotprojekt zu erproben. Ziel ist es bis 2023/24 mindestens 30 Wohneinheiten für Familien auf diesem Wege im Rahmen eines Modellprojektes zu vermitteln und in gleichem Umfang altengerechten Wohnraum bereitzustellen. Diese sollen den Mieter*innen angeboten werden, die Familienwohnraum freimachen.
Zur Entwicklung und Umsetzung soll ein befristetes Projekt (mit entsprechenden Personalressourcen) eingerichtet werden, um bis Mitte 2022 das Konzept zu entwickeln und bis Mitte 2023 umzusetzen.
Die Anfangskaltmiete soll im Neubau 9, 50 € nicht überschreiten und möglichst auch im freiwerdenden Wohnraum eingehalten werden.
Das Konzept sollte folgende Elemente umfassen:
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Stellungnahme der Verwaltung
Die Verwaltung bittet um Vertagung, da die Stellungnahme zu dem Antrag im Hinblick auf die zu beteiligenden Stellen nicht fristgerecht fertiggestellt werden kann.
Sachverhalt
Es gehört nicht zum Unternehmensprofil der VEBOWAG für die Verwaltung ein Konzept für eine Wohnungstauschbörse zu erarbeiten. Zudem würde es zu kurz greifen, nur den Wohnungsbestand der VEBOWAG zu erfassen und zu betrachten. Mit den Kooperationspartnern Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg und Deutschen Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr kann eine deutlich größere Zielgruppe erreicht werden. Das Personal ist ressourcenneutral für ein zeitlich befristetes Projekt durch Schwerpunktbildung bereitzustellen.
Die Rahmenbedingungen für das Pilotprojekt müssen von der Verwaltung definiert werden und dem Ausschuss zum Beschluss vorgelegt werden.
Unabhängig vom städtischen Pilotprojekt sollte die VEBOWAG für ihre Mieterinnen und Mieter den Wohnungstausch im eigenen Bestand ermöglichen.
Beschlussvorschlag
Bonn/Rhein-Sieg/Ahr ein Konzept für Wohnungstausch zwischen alten und jungen Menschen zu entwickeln und in einem Pilotprojekt zu erproben. Die Bereitstellung von Personal erfolgt ressourcenneutral.
Stellungnahme der Verwaltung
Zu dem vorliegenden Antrag nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Die Verwaltung nutzt alle verfügbaren Instrumente, die dazu beitragen, adäquaten Wohnraum für alle Bedarfslagen zu schaffen und den angespannten Bonner Wohnungsmarkt zu entlasten.
Die Bundesstadt Bonn weist ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum bei einem parallelen Anstieg der Anzahl an Haushalten auf. Zum 31.12.2020 hatte die Stadt Bonn gemäß Wohnungsmarktbericht 2020 einen Bevölkerungsstand von 333.794 Einwohner*innen
. Der Anteil der über 65 bis unter 75-Jährigen hiervon betrug 28.628 Personen (8,6 %) und der Anteil der Personen über 75 Jahre 32.400 Personen (9,7 %).
Der Anteil der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen. Eine weitere Zunahme im Zuge des fortschreitenden demographischen Wandels wird durch die Bevölkerungsvorausberechnung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen prognostiziert, so dass in den kommenden Jahren von einem steigenden Bedarf an seniorengerechten Wohnungen in Bonn auszugehen ist.
Die Idee eines Wohnungstauschs zwischen jungen und älteren Menschen ist nicht neu. Die von den Antragsteller*innen angedachte Wohnungstau
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Sachverhalt
Erfolgt mündlich.
Beschlussvorschlag
Aufgrund der in den vergangenen Jahren in Bonn mit vergleichbaren Projekten gemachten Erfahrungen wird die Stadtverwaltung beauftragt:
Beschlussvorschlag
Mitteilung:
Um dem politischen Auftrag (DS __220004__ ) möglichst zielführend zu begegnen, wurde in einem ersten Abstimmungsgespräch zwischen VEBOWAG und Verwaltung als sinnvoll erachtet, zunächst das Grundinteresse und die Bereitschaft der Zielgruppe für ein solches Angebot im Bonner Stadtgebiet zu eruieren.
Hierfür wurde das Projekt auf verschiedensten Veranstaltungen, über Verteiler, Netzwerke und in den Medien vorgestellt und publiziert. So wurde z.B. eine eigene VHS-Veranstaltung durchgeführt, die Netzwerke der Kontakt- und Informationsstelle Innovative Wohnformen sowie der Bonner Quartiersmanagements genutzt, Presseartikel veröffentlicht und ein Bericht in der WDR Lokalzeit ausgestrahlt.
Mit Datum vom 25.07.2023 legte die VEBOWAG folgenden Zwischenbericht nebst den als Anlage beigefügte Präsentation vor:
In der Steinstr. 60 in Bonn Plittersdorf haben wir das Projekt „Alt mietet neu und kleiner, Jung mietet alt und groß“ umgesetzt.
Das Bauprojekt umfasst 31 Wohnungen die ursprünglich mit öffentlichen Mitteln errichtet werden sollten. Da diese für dieses Bauprojek
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Beschlussvorschlag
Mitteilung:
Dem politischen Auftrag (DS __220004__ ) entsprechend hat die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG in Zusammenarbeit mit der Verwaltung in einem Pilotprojekt ein Konzept für den Wohnungstausch zwischen Seniorinnen und Senioren und jungen Familien erprobt. Hierzu hat die Vebowag ein neu errichtetes Gebäude mit 30 Zwei- und Dreizimmereinheiten zur Verfügung gestellt. Auf diese Wohnungen konnten sich ältere Menschen, die ihre Wohnfläche verkleinern wollten, bewerben. Der durch einen Umzug freiwerdende Wohnraum sollte wiederum für Familien zur Verfügung stehen. Das Projekt wurde in den lokalen Medien offensiv beworben.
Die Vebowag hat inzwischen den Abschlussbericht zum Pilotprojekt „Wohnungstausch“ vorgelegt, der in Anlage beigefügt ist. Die Bewerberlage zu Vermietung der Neubauwohnungen war grundsätzlich gut. Es war relativ unproblematisch, ältere Personen zu finden, die sich hinsichtlich der Wohnfläche verkleinern wollten. Allerdings wurde aus dem Bewerberkreis durchgängig erwartet, dass die neue Wohnung trotz Reduzierung der Fläche mindestens drei Zimmer und eine
_Gekürzt._