Originalquelle: ALLRIS-Original
231132 · 2023-08-10 · Große Anfrage · öffentlich
Antragsteller: Reiner Burgunder CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Innenpolitisch spiegelt der Ort die heftig geführten Diskussionen über die Änderung der Bildungsreformen in den 70er und 80er Jahren wider. Der sogenannte „Schulkampf“ wurde auch hier in Beuel ausgetragen. Neben den drei heute noch bestehenden Privatschulen (Oberkassel: Ernst-Kalkuhl-Gymnasium, Beuel-Süd: Kardinal-Frings-Gymnasium, Pützchen: St. Adelheid-Gymnasium) gab es keine städtische Schule, die das Abitur anbot. Die Gesamtschule entstand 1978 aus einer Elterninitiative. Die hohen Anmeldezahlen begründeten den Bau der 1. Integrierten Gesamtschule, die wegen ihrer roten Ziegelsteine von ihren Gegnern etwas despektierlich „Ketchup-Schule“ genannt wurde. Sie konnte 1981 bezogen werden.
Außenpolitisch heizte der Streit um den Nato-Doppelbeschluß vom 12.12.1979 die Zeit des Kalten Krieges wieder an. Vielen sind die großen Friedensdemonstrationen vom 10. Oktober 1981 (350.000 Teilnehmer) und vom 10. Juni 1982 (500.000 Teilnehmer) in Bonn noch in Erinnerung.
In Bonn gab es Bunker, die für den Notfall als Rettungsinseln in der Stadt verteilt waren. Gleichzeitig mit dem Bau der Turnhalle für die neue Gesamtschule entstand unter der Turnhalle ein Not- bzw. Hilfskrankenhaus für
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Die Verwaltung wird um Beantwortung folgender Frage gebeten:
Beabsichtigt die Stadt Bonn den zeitgeschichtsträchtigen Ort in Beuel, auf dem sowohl die 1. Integrierte Gesamtschule Bonns steht als auch, dass unter der Turnhalle getarnte „Notkrankenhaus“ durch eine denkmal- bzw. museale Darstellung im Sinne einer „Aktiven Erinnerungskultur“ zu würdigen?
Stellungnahme der Verwaltung
Die Integrierte Gesamtschule (IGS) im Stadtbezirk Beuel stellt einen sowohl stadt- als auch bildungshistorisch wichtigen Ort in Bonn dar. Planungen zu einer stärkeren Kenntlichmachung der Geschichte der IGS vor Ort oder in Programmen des Zentrums für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen gibt es bislang nicht. Es wird aber geprüft, ob sich die IGS als gesamtstädtisches Beispiel der Bildungsgeschichte etwa in die Neukonzeption des Stadtmuseums integrieren lässt.
Das unter der Turnhalle gelegene Notkrankenhaus stellt zudem einen wichtigen Erinnerungsort an die Zeit des Kalten Krieges in Bonn dar. Im Jahr 2022 fanden Gespräche zu einer Nutzung des Notkrankenhauses als Ort der Bildung- und Vermittlung statt. Unter Federführung des Stadtmuseums sollten regelmäßige Führungen durch die Anlage angeboten werden. Hierzu sind allerdings umfangreiche technische Instandsetzungsarbeiten notwendig. Da keine Mittel für eine Inbetriebnahme der Lüftungsanlage vorhanden sind, konnte bislang eine Nutzung als Ort der Geschichtsvermittlung nicht erfolgen.
Das Herrichten des Hilfskrankenhauses wäre – nach Einschätzung des städtischen Gebäudemanagements – mit hohem baulichen und finanziellen Aufwand v
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