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232168 · 2023-12-05 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich · öffentlich
Inhalt des Bürgerantrages
Der Bürgerantrag ist auf einen Schutz der Hirschkäfer am Venusberg gerichtet und lautet wie folgt:
Graf-Stauffenberg-Straße, Anfang der Robert-Koch-Straße bis ungefähr Marienhospital in beiden Fahrtrichtungen.
Einzelheiten ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag.
Inhalt des Bürgerantrages
Der Bürgerantrag ist auf einen Schutz der Hirschkäfer am Venusberg gerichtet und lautet wie folgt:
1. In den folgenden Straßen wird von Mai bis Juli abends ab 20°°bis 24°° eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h veranlasst:
Graf-Stauffenberg-Straße, Anfang der Robert-Koch-Straße bis ungefähr Marienhospital in beiden Fahrtrichtungen.
2. Die Universität Bonn wird um wissenschaftliche Begleitung der Maßnahme gebeten
Einzelheiten ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag.
Sachverhalt
zu 1) Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Robert-Koch-Straße wird so gut wie keinen Effekt für die Population der Hirschkäfer im Bonner Stadtwald haben. Pendler konnten nicht berichten, dass an den Windschutzscheiben im Frühsommer Reste von Hirschkäfern zu beobachten waren. Außerdem ist der Verkehrsfluss in der Regel durch Staus so verlangsamt, dass dies automatisch zu einer erheblichen Geschwindigkeitseinschränkung führt.
Und falls sich Käfer auf den Straßenasphalt niedergelassen haben sollten, werden sie (leider) unabhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit überrollt. Zu 3 a) Von tatsächlicher Bedeutung ist hingegen die Aufwertung des Lebensraumes für die Hirschkäfer. Alte Eichen sind besonders wichtig, da sie häufiger als junge Bäume Wundstellen aufweisen, aus denen Baumsaft austritt, der bestimmte Pilze enthält, die für die Reifung der Keimzellen der Hirschkäfer wichtig sind. Die Tiere besuchen regelmäßig diese Saftleckstellen zur Nahrungsaufnahme. Zu 3 b) Wenigstens genauso wichtig sind die morschen Wurzelstöcke der Eichen. Ein Hirschkäferweibchen legt dort bis zu hundert Eier. Die aus den Eiern geschlüpften Larven ernähren sich 5 bis 8 Jahre lang von dem morschen Stubben
_Gekürzt._
Beschlussvorschlag
Begründung
1)
Stellungnahme der Verwaltung
Die Hirschkäfer unterliegen einem besonderen Schutzstatus. Aufgrund des drastischen Rückgangs wird der größte Käfer Deutschlands in der Roten Liste als „stark gefährdet“ und in der Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“ eingestuft.
Das Stadtgebiet Bonn ist eins der wenigen nachgewiesenen Kernvorkommen des Hirschkäfers in Nordrhein-Westfalen. Die meisten Vorkommen des Hirschkäfers befinden sich außerhalb von ausgewiesenen Schutzgebieten, sodass Zusammenstöße zwischen Menschen und Tieren unvermeidbar sind. Entlang der Graf-Stauffenberg-Straße stehen wertvolle Eichen- und Buchenbestände, die als geeignete Brutbäume (v.a. sonnenexponierte Bäume mit großen Mulmhöhlen) für Hirschkäfer fungieren und daher das Vorkommen begünstigen.
Die Untersuchung der Biologischen Station Bonn im Jahr 2006 (veröffentlicht im „Mitt. Arb.gem. Rhein. Koleopterologen (Bonn) 16 (3-4), 2006, 63-71“) zeigt, dass der Hirschkäfer sowohl in den linksrheinischen Waldhängen des Kottenforstes vom Nordrand Kessenichs bis zur Stadtgrenze bei Mehlem im Süden, als auch im rechtsrheinischen Hang des Ennerts, von Beuel bis zur Stadtgrenze südlich Oberkassel, verbreitet ist und stellenweise in hoher Dic
_Gekürzt._
Sachverhalt
Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten, mit der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft Kontakt aufzunehmen, um eine mögliche Umsetzung der Maßnahmen zum Schutz der Hirschkäfer durch die Biostation unter Inanspruchnahme von Fördermitteln zu prüfen. In diesem Rahmen sollen auch Förderprogramme der interkulturellen Umweltbildung geprüft werden.
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten, mit der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft Kontakt aufzunehmen, um eine mögliche Umsetzung der Maßnahmen zum Schutz der Hirschkäfer durch die Biostation unter Inanspruchnahme von Fördermitteln zu prüfen. In diesem Rahmen sollen auch Förderprogramme der interkulturellen Umweltbildung geprüft werden.
Beschlussvorschlag
Begründung
Die Verwaltung teilt zu Punkt 2 und Punkt 3 des geänderten Beschlusses aus der Sitzung der BV Bonn am 11.03.2025 zu __DS 232168__ Folgendes mit:
Die Stadtförsterei Bonn berichtet über die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes der Hirschkäfer.
In den letzten Jahren wurden keine alten Eichen aus holzwirtschaftlichen Gründen gefällt. Die zuletzt entnommenen älteren Eichen im Derletal wurden aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt. Die Stämme wurden vor Ort belassen, da die Abteilung seit Sommer 2025 im Rahmen des Förderprogramms Klimaangepasstes Waldmanagement unter Prozessschutz steht.
Zudem befinden sich bereits im Zuge der Naturland-Zertifizierung mehrere eichengeprägte Bereiche unter Prozessschutz, beispielsweise das Gebiet des Katzenlochbachtals. Dort profitieren unter anderem Hirschkäfer langfristig von den vorhandenen Totholzstrukturen.
Insgesamt bemüht sich der Stadtforst um eine Stärkung und Ausweitung der Eichenbestände. Es werden neue Eichen gepflanzt, und im Rahmen eines gezielten Lichtmanagements – etwa im Bereich der Tongrube Röttgen – werden E
_Gekürzt._
Begründung
Die Verwaltung teilt zu Punkt 2 und Punkt 3 des geänderten Beschlusses aus der Sitzung der BV Bonn am 11.03.2025 zu __DS 232168__ Folgendes mit:
Die Stadtförsterei Bonn berichtet über die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes der Hirschkäfer.
In den letzten Jahren wurden keine alten Eichen aus holzwirtschaftlichen Gründen gefällt. Die zuletzt entnommenen älteren Eichen im Derletal wurden aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt. Die Stämme wurden vor Ort belassen, da die Abteilung seit Sommer 2025 im Rahmen des Förderprogramms Klimaangepasstes Waldmanagement unter Prozessschutz steht.
Zudem befinden sich bereits im Zuge der Naturland-Zertifizierung mehrere eichengeprägte Bereiche unter Prozessschutz, beispielsweise das Gebiet des Katzenlochbachtals. Dort profitieren unter anderem Hirschkäfer langfristig von den vorhandenen Totholzstrukturen.
Insgesamt bemüht sich der Stadtforst um eine Stärkung und Ausweitung der Eichenbestände. Es werden neue Eichen gepflanzt, und im Rahmen eines gezielten Lichtmanagements – etwa im Bereich der Tongrube Röttgen – werden Eichen gefördert
_Gekürzt._