Originalquelle: ALLRIS-Original
253998 · 2026-01-23 · Große Anfrage · öffentlich
Antragsteller: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Friederike Dietsch Dr. Daniel Rutte
In einer Pressemitteilung vom 18. November 2025 wird verkündet, dass der Oberbürgermeister die Verwaltung damit beauftragt hat, zu prüfen, „ob auf der Adenauerallee zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung inklusive der rechtlich erforderlichen sicheren Führung des Radverkehrs möglich sind“. Zur Neuaufteilung der Adenauerallee nach Sanierung der Sinkkästen und Fahrbahndecke hat es im Vorfeld einen langen politischen Entscheidungsprozess und eine Abstimmung sowohl mit der Polizei als auch der Bezirksregierung gegeben. Ergebnis dieses Prozesses war die jetzige Verkehrsführung, für die die Bezirksregierung einen einjährigen Versuchszeitraum verordnet hat.
Der von der letzten Koalition beschlossene Verkehrsversuch hat nach Auswertung eines externen Gutachterbüros gezeigt, dass sich Zeitverluste in sehr geringem Umfang ergeben haben, die mit der Einspurigkeit für den Autoverkehr in Verbindung stehen und dass es keine Verkehrsverlagerungen in angrenzende Wohngebiete gegeben hat.
Die bisher diskutierten Lösungen basierten darauf, dass die Neuaufteilung des Verkehrsraums im Anschluss an die erforderlichen Kanal- und Straßensanierung im vorhandenen Querschnitt erfolgt – von Bürgersteigkante zu B
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Die Fragestellenden möchten vor untenstehendem Hintergrund erfahren:
1) Aus welchen relevanten Gründen wartet der Oberbürgermeister die Ergebnisse des Verkehrsversuchs nicht ab und beschäftigt die Verwaltung ohne neuen Auftrag des Rates mit einer Planung, die ggfs. überflüssig ist?
2) In welchem Ausmaß bindet die beauftragte Prüfung Kapazitäten innerhalb der Verwaltung? Welche wichtigen Projekte müssen dafür zurückgestellt werden (bspw. sicherer Umbau Bertha-von-Suttner-Platz, Gefahrenstelle Kennedybrückenkopf, Beschleunigung Buslinien, Modernisierung des ZOB, etc.)?
3) Hält der Oberbürgermeister sein 12-Punkte-Wahlkampfpapier als ausreichende Rechtfertigung dafür, sich über einen Ratsbeschluss und eine Anordnung der Bezirksregierung hinwegzusetzen?
4) Aus welchem Budget will der Oberbürgermeister die zu erwartenden hohen Investitionskosten für den Umbau der gerade fertiggestellten Straße finanzieren?
5) Wie beabsichtigt der Oberbürgermeister dafür Sorge zu tragen, dass es bei einer neuen Aufteilung nicht zu Konflikten zwischen Radverkehr und Fußgänger*innen kommt?
Stellungnahme der Verwaltung
Nach seinem Amtsantritt hat der Oberbürgermeister entsprechend seines „12 Punkte Planes für die ersten 100 Tage“ die Fachverwaltung beauftragt, für die Adenauerallee Alternativen eine vierspurige Verkehrsführung nebst zusätzlichem Radweg zu prüfen. In Kürze ist mit einem Ergebnis zu rechnen. Nach Zustimmung der Polizei und der Bezirksregierung wird dieses der Politik zur Beschlusslage vorgelegt.
Die Adenauerallee war im Rahmen des Wahlkampfes eines der polarisierenden Themen. Man kann davon ausgehen, dass die Thematik sogar ein Stück weit mit wahlentscheidend war. Viele große Arbeitgeber und Unternehmen beschweren sich über die aktuelle Verkehrslage in Bonn. Die beauftragte Prüfung soll einen Lösungsansatz verfolgen, der den unterschiedlichen Interessen gerecht wird.
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