Originalquelle: ALLRIS-Original

Linke Große Anfrage: Software-Lizenzen

260679 · 2026-04-14 · Große Anfrage · öffentlich

Antragsteller: Die Linke-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Dennis Kocis Patrick Tollasz

Sachverhalt

Der Erwerb von Softwarelizenzen macht einen nicht unerheblichen Teil der konsumtiven Ausgaben des städtischen Haushalts aus. Infolge verkürzter Lizenzlaufzeiten sowie bestehender Lock-in-Effekte können zunehmende Abhängigkeiten von einzelnen Softwareherstellern entstehen, die potenzielle Risiken für die digitale Souveränität der Verwaltung bergen. Vor diesem Hintergrund interessieren sich die Fragesteller*innen für eine umfassende Darstellung der gegenwärtigen Softwarestruktur der städtischen IT.

Aktuelle Entwicklungen, etwa in Schleswig-Holstein oder dem Internationalen Strafgerichtshof, demonstrieren die Machbarkeit einer Migration hin zu digital souveränen Open-Source-Lösungen wie open Desk (Zen DiS). Die Stadt Bonn sollte prüfen, welche strategischen Maßnahmen sie ergreifen kann, um ihre digitale Unabhängigkeit zu stärken.

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:

  1. Wie hoch waren die Kosten für Softwarelizenzen im Jahr 2025 insgesamt?
  1. Wie viele Verwaltungsarbeitsplätze waren zum Stichtag 31.12.2025 mit Microsoft-Produkten ausgestattet und wie viele Arbeitsplätze sind mit alternativen Produkten, wie z.B. Open Desk, ausgestattet (bitte angeben, welche Alternative genutzt wird)?
  1. Wie hoch waren die Kosten für Microsoft-Arbeitsplatzlizenzen im Jahr 2025 und nach welchen Rahmenverträgen wurde diese gekauft (Auftragsvolumen und Vertragslaufzeit)?
  1. Mit welchen Kostensteigerungen rechnet die Verwaltung aufgrund der von Microsoft angekündigten Preissteigerungen für Office Lizenzen zum 1. Juli 2026?
  1. Plant die Verwaltung Arbeitsplätze (teilweise) auf Microsoft-Alternativen umzustellen, wie z.B. auf Open Desk, das vom Zentrum für Digitale Souveränität angeboten wird? Wenn ja, in welchem Umfang und Zeitrahmen ist eine Umstellung geplant?
  1. Wie hoch waren die Kosten für zusätzliche Microsoft-Produkte im Jahr 2025 und nach welchen Rahmenverträgen wurden diese gekauft (Auftragsvolumen und Vertragslaufzeit)?
  1. Wie wirkte sich die Umstellung auf Windows 11 aus?

a) Sind alle

_Abschnitt gekürzt. Weiter mit abschnitt=beschlussvorschlag und offset des Eintrags in weiter._

Beratungsfolge

Nebenvorlagen (Stellungnahmen, Änderungsanträge)

260679-01 ST Linke Große Anfrage: Software-Lizenzen

Stellungnahme der Verwaltung

Die steigenden Kosten der IT sowie die Entwicklung von Vendor lock-in-Effekten im öffentlichen IT-Sektor belasten den städtischen Haushalt in einem zunehmenden Maße. Die Verwaltung bittet bei dieser Betrachtung um Berücksichtigung, dass die Gründe dafür etwas vielschichtiger sind. Die öffentlichen Diskussionen und Berichterstattungen in den Medien fokussieren sich auf Microsoft-Produkte und es wird der Anschein erweckt, Open Source ist generell kostengünstiger oder kostenfrei zu betreiben.

Die Verwaltung hat seinerzeit zu Beginn der Corona-Pandemie und danach im Anschluss zu den Entwicklungen mobiler Arbeitsplätze Office-Produktalternativen beleuchtet. Seinerzeit gab es keinen nennenswerten wirtschaftlichen Vorteil und in Teilen sind Alternativen sogar im Betrieb deutlich teurer gewesen. Skalierbare digitale Anwendungen für die Team-Zusammenarbeit oder Videokonferenzsysteme bzw. gut bedienbare Officeprodukte waren für kleine Unternehmen möglich, für große Organisationseinheiten wie die Stadt Bonn aber nicht vorhanden. Zur strategischen Entscheidung für Beschaffungen zählt auch das verfügbare städtische Personal für den Betrieb und die Betreuung. Die Digitalisierung der Arbeitsplät

_Gekürzt._

260679-03 Linke Große Anfrage: Software-Lizenzen

Beschlussvorschlag

Mitteilung:

In der Sitzung am 5.5.2026 wurde die Verwaltung gebeten zu prüfen, inwieweit Informationen öffentlich beraten werden können. Aus Sicht der Verwaltung können Informationen zu Vertragsinhalten und eine Darstellung von Kostenpositionen einzelner Produkte öffentlich nicht beraten werden. Für eine weitere öffentliche Beratung informiert die Verwaltung ergänzend:

Zu Punkt 2. Wie viele Verwaltungsarbeitsplätze waren zum Stichtag 31.12.2025 mit Microsoft-Produkten ausgestattet und wie viele Arbeitsplätze sind mit alternativen Produkten, wie z.B. Open Desk, ausgestattet (bitte angeben, welche Alternative genutzt wird)?

-> Mit Microsoft-Produkten waren zum Stichtag 20.04.2026 ca. 6071 PC-Verwaltungsarbeitsplätze ausgestattet. Windows mit Microsoft Office ist aktueller Standard. Alternativen für einen Roll-Out bestehen derzeit nicht, werden aber in einer Teststellung näher betrachtet.

Zu Punkt 4. Mit welchen Kostensteigerungen rechnet die Verwaltung aufgrund der von Microsoft angekündigten Preissteigerungen für Office Lizenzen zum 1. Juli 2026?

-> Die Steigerungen rühren aus dem Ausbau und weiterer Bedarfe an Arbeitsplatzausstattung und Bereitstellung. Der EA-Vertrag ist

_Gekürzt._

Dokumente