Originalquelle: [ALLRIS-Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2026866) # GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch hybride Heizsysteme 260815 · 2026-04-30 · Antrag · öffentlich Antragsteller: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Dr. Beate Bänsch-Baltruschat Volt-Gruppe im Rat der Stadt Bonn Dr. Dominik Maxein ## Sachverhalt Im Zuge des laufenden Transformationsprozesses hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung ist es von zentraler Bedeutung, auch privaten Haushalten praktikable Übergangslösungen bereitzustellen. Diese sollen es ermöglichen, den Umstieg auf erneuerbare Energien zügig und ohne wirtschaftliche Nachteile zu vollziehen – insbesondere im Falle eines ungeplanten Ausfalls der Heizungsanlage. Den Stadtwerken kommt hierbei eine wichtige Rolle zu: Sie können gezielt auch Haushalten ohne (perspektivischen) Zugang zur Fernwärme geeignete Übergangslösungen anbieten, indem sie ein flexibles Wärme-Contracting-Programm entwickeln. Ein solches Angebot würde es den Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, schrittweise auf eine erneuerbare Wärmeversorgung umzusteigen. Mit einem entsprechenden Programm können die Stadtwerke einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands leisten und zugleich einen wirtschaftlich tragfähigen Weg zur Modernisierung von Heizsystemen eröffnen. Durch ein derartiges Programm kann vermieden werden, dass Hausbesitzende sich bei ungeplanten Ausfall der Heizung eine neue Anlage mit fossilen Brennstoffen anschaffen, durch die sie sich wiede _Abschnitt gekürzt. Weiter mit abschnitt=sachverhalt und offset des Eintrags in weiter._ ## Beschlussvorschlag Um Eigentümer*innen und ihre Mieter*innen vor sogenannten „Lock-In-Effekten“ fossiler Wärmeträger (bspw. bei plötzlichem Ausfall der Heizungsanlage) zu schützen, wird die Verwaltung beauftragt, sich bei den Stadtwerken für ein Angebot einzusetzen, das schrittweise den Übergang zu erneuerbarer Wärmeversorgung ermöglicht. Die Stadtwerke sollen ein Angebot schaffen, das hybride Übergangslösungen für energetisch noch nicht sanierte Immobilien bereitstellt – beispielsweise Wärmepumpen in Kombination mit Gas- oder Ölheizungen. Dieses Angebot soll insbesondere für Gebäude ohne Anschluss an die Fernwärme sowie für den Zeitraum bis zur Umsetzung energetischer Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Nach Abschluss entsprechender Maßnahmen – etwa der energetischen Sanierung der Gebäudehülle und der Fenster – soll die Wärmepumpe weiterhin genutzt und der fossile Energieträger zurück gebaut werden. Die Stadtwerke könnten ein solches Modell im Rahmen eines Wärme-Contracting-Programms entwickeln. ## Beratungsfolge - 2026-05-19 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · bei Anerkennung der Tagesordnung nicht aufgenommen oder vertagt - 2026-06-23 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · vertagt - mit Maßgabe - 2026-07-09 · Rat · bei Anerkennung der Tagesordnung nicht aufgenommen oder vertagt - 2026-07-15 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · vertagt - 2026-09-30 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · vertagt ## Nebenvorlagen (Stellungnahmen, Änderungsanträge) ### 260815-01 ST GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch hybride Heizsysteme {#nv-2027548} **Stellungnahme der Verwaltung** Hybridheizungen – in Form einer Kombination aus einer strombasierten Wärmepumpe und einer fossilen Gas- oder Ölheizung – sind auf Basis der Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung weder aus wirtschaftlicher Perspektive noch aus Sicht des Klimaschutzes zu empfehlen. **Wirtschaftliche Sicht** : Hybridheizungen bestehen aus zwei kompletten Heizsystemen – ähnlich wie Hybridfahrzeuge aus zwei kompletten Antriebssystemen bestehen. Dadurch, dass zwei Systeme angeschafft werden müssen, liegen die Investitionskosten in der Summe besonders hoch. Im kommunalen Wärmeplan wurde beispielhaft für Mehrfamilienhäuser ein Heizungskostenvergleich für folgende sieben Heizsysteme durchgeführt: Gas-Heizung, Öl-Heizung, Wärmenetze, Elektrische Heizung, Hybridheizung (Wärmepumpe + Gas), Biomasse und Wärmepumpe. Es wurden drei verschiedene Sanierungszustände mit den damit verbundenen unterschiedlichen Heizleistungsbedarfen differenziert. In allen drei Sanierungszuständen ist die Hybridheizung mit den höchsten Kapitalkosten verbunden. Die Summe aus Kapitalkosten, Betriebskosten und verbrauchsgebundenen Kosten ist bei Hybridheizungen am zweithöchsten (nach den elektrischen Heizungen). Wegen der beschrieben _Gekürzt._ ### 260815-02 ST GRÜNE/Volt-Antrag - Übergangslösung durch hybride Heizsysteme {#nv-2028556} **Stellungnahme der Verwaltung** Die SWB Energie und Wasser nimmt wie folgt Stellung: Die SWB bieten bereits seit 2023 im Rahmen ihres Wärmepumpen-Contractings Lösungen an, die auch hybride Heizsysteme umfassen können. Je nach Gebäude, energetischem Zustand und technischer Machbarkeit können Wärmepumpen sowohl als monovalente oder monoenergetische Systeme als auch in Kombination mit bestehenden Gasheizungen (hybride Heizsysteme) im Rahmen eines Miet-Modells oder als Kaufanlage umgesetzt werden. Bereits heute werden hybride Heizsysteme dort eingesetzt, wo dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies betrifft insbesondere Gebäude mit einem geringen energetischen Standard. In diesen Fällen können hybride Systeme einen praktikablen Einstieg in eine schrittweise Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ermöglichen. Sie werden so ausgelegt, dass mit fortschreitenden energetischen Sanierungsmaßnahmen der Anteil erneuerbarer Wärme am Gesamtwärmebedarf kontinuierlich steigt. Die SWB beraten ihre Kundinnen und Kunden technologieoffen und objektspezifisch. Gleichzeitig weisen sie auf die Vorteile erneuerbarer Wärmeerzeugung sowie auf die derzeit nur eingeschränkt prognostizierbaren langfristigen Kosten fossiler Energie _Gekürzt._ ## Dokumente - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3187584&OTYP=41)) - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3119093&OTYP=41)) - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3137274&OTYP=41))