Originalquelle: [ALLRIS-Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2027865) # BBB-Antrag: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen 261112 · 2026-06-03 · Antrag · öffentlich Antragsteller: BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Jutta Acar Alfred Mutinelli Marcel Schmitt Johannes Schott ## Sachverhalt Zur Begründung wird der Einfachheit halber auf den ersten Absatz aus der Mitteilung (DS 240259) der ausgeschiedenen Oberbürgermeisterin in der Sitzung des Umweltausschusses vom 5. März 2024 verwiesen: " Durch den Menschen wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten aus allen Teilen der Welt in unsere heimischen Naturräume eingebracht. Diese invasiven Organismen verdrängen durch ihr Vorkommen und ihre Ausbreitung heimische Arten und verursachen unwiderrufliche Veränderungen und Lebensbedingungen von Biotopen. Sie stellen weltweit eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar." Die im Beschlusstext aufgeführte Pressemitteilung der Stadt Bonn zum Umgang mit der schädlichen Besiedlung der Rheinaue durch Biberratten lautet wie folgt: Nutria-Bestand am Rheinauensee muss wieder reduziert werden 11.05.2026 Um die hohe Nutria-Population rund um den Rheinauensee zu verringern, werden in den kommenden Frühlings- und Sommermonaten wieder Jäger*innen in der linksrheinischen Rheinaue im Einsatz sein. Das ist notwendig, um zu verhindern, dass sich die Nagetiere immer weiter ausbreiten und dem Ökosystem schaden. Eine kontinuierliche Bejagung der Nutria _Abschnitt gekürzt. Weiter mit abschnitt=sachverhalt und offset des Eintrags in weiter._ ## Beschlussvorschlag 1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, auch weiterhin alle in ihrem Einflussbereich liegenden Maßnahmen zu ergreifen, um die zunehmende Ausbreitung der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) zu bekämpfen. Hierzu zählt u.a. - die ausnahmslose Entfernung von Nestern der asiatischen Hornisse auf öffentlichem und privatstädtischem Grund der Stadt Bonn - eine Öffentlichkeitskampagne, in der aufbauend auf den bisherigen städtischen Publikationen zur sprunghaften Ausbreitung der asiatischen Hornisse die Bürgerschaft darauf hingewiesen wird, dass a. Nester der asiatischen Hornisse auf Privatgrundstücken auf Grund der Einschätzung als etablierte Art nunmehr zwar nicht mehr zwingend beseitigt werden müssen, diese aber zum Schutze der heimischen Arten und somit der Biodiversität weiterhin rasch entfernt werden sollten, b. Nester der asiatischen Hornisse, die die öffentliche Sicherheit gefährden -etwa weil sie sich in der Nähe einer Bushaltestelle, eines Kindergartens, einer Schule oder sich an sonstigen vulnerablen Stellen befinden-, entfernt werden müssen, c. die fachgerechte Entfernung der Nester der asiatischen Hornisse durch geschulte Imker vom Land NRW mit 150 bis 300 Euro und daher _Abschnitt gekürzt. Weiter mit abschnitt=beschlussvorschlag und offset des Eintrags in weiter._ ## Begründung Durch den Menschen wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten aus allen Teilen der Welt in unsere heimischen Naturräume eingebracht. Diese invasiven Organismen verdrängen durch ihr Vorkommen und ihre Ausbreitung heimische Arten und verursachen unwiderrufliche Veränderungen und Lebensbedingungen von Biotopen. Sie stellen weltweit eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar." ## Beratungsfolge - 2026-06-23 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · wg. Sitzungsabbruch nicht behandelt (vertagt) - 2026-07-09 · Rat · bei Anerkennung der Tagesordnung nicht aufgenommen oder vertagt - 2026-07-15 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · vertagt - 2026-09-30 · Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda · ohne Ergebnis ## Nebenvorlagen (Stellungnahmen, Änderungsanträge) ### 261112-02 AA Änderungsantrag Linke: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen, Antrag zur Vorlage 261112 {#nv-2028543} **Sachverhalt** Der Schutz der biologischen Vielfalt und der Erhalt des sensiblen Ökosystems insbesondere in der Bonner Rheinaue sind unbestrittene Ziele der kommunalen Umweltpolitik. Die von der BBB-Fraktion vorgeschlagenen Maßnahmen setzen jedoch einseitig auf Verdrängung, Abschuss und Nestvernichtung, was weder den modernen Ansprüchen des Tierschutzes noch den Kriterien von ökologischer Nachhaltigkeit gerecht wird. Zu Punkt 1: Die asiatische Hornisse ist in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens bereits als etabliert anzusehen. Eine pauschale, ausnahmslose Beseitigung aller Nester ist weder personell leistbar noch ökologisch sinnvoll. Da die Nester oft schwer zugänglich in hohen Baumkronen liegen, birgt eine pauschale Bekämpfung das Risiko, dass durch Fehldiagnosen der Bürgerschaft die streng geschützte heimische Hornisse (Vespa crabro) Schaden nimmt. Die Entfernung muss daher auf echte Gefahrenstellen (vulnerable Infrastruktur) beschränkt bleiben. Zu Punkt 2: Der Wunsch nach sauberen Parkflächen ist verständlich, doch Abschüsse im innerstädtischen Bereich verbieten sich aus Sicherheits- und Tierschutzgründen von selbst. Die Nachbarstädte Köln und Düsseldorf zeigen erfolgreich, wie ein modernes G _Gekürzt._ **Beschlussvorschlag** Der Beschlusstext des Antrags wird wie folgt neu gefasst: 1. Asiatische Hornisse (Vespa velutina): Die Stadtverwaltung wird beauftragt, alle in ihrem Einflussbereich liegenden Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der asiatischen Hornisse zu begleiten und zu kontrollieren. • Nester auf öffentlichem und privatstädtischem Grund werden nur dann entfernt, wenn eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit von Mensch und Tier (z. B. an Schulen, Kitas oder Bienenstöcken/Imkereien) besteht. Die Entfernung hat durch qualifiziertes Fachpersonal und unter strenger Beachtung des Artenschutzes zu erfolgen. • Die Öffentlichkeitskampagne wird darauf ausgerichtet, Bürger*innen über präventive Schutzmaßnahmen für heimische Insekten (z. B. durch den Einsatz von Selektivgittern an Bienenstöcken) aufzuklären und Fehldiagnosen zu vermeiden, damit geschützte heimische Hornissenarten nicht gefährdet werden. 2. Kanada- und Nilgänse in der Rheinaue: Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein tierschutzgerechtes und gewaltfreies Konzept zur Bestandsregulierung der Kanada- und Nilgänse in der Bonner Rheinaue zu erarbeiten und umzusetzen. Ein Abschuss der Tiere sowie visuell-akustische Vergrämu _Gekürzt._ ### 261112-01 ST BBB-Antrag: Autochthone Arten vor Verdrängung durch Neozoen schützen {#nv-2028490} **Stellungnahme der Verwaltung** Die Verwaltung teilt zu den einzelnen Punkten folgendes mit: __Zu 1. Asiatische Hornisse__ Seit 2025 hat sich die Rechtslage hinsichtlich der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) geändert. Die Stadtverwaltung ist nicht mehr grundsätzlich verpflichtet, alle Nester zu beseitigen. Eine Bekämpfung beziehungsweise Nestentfernung ist nur noch dann erforderlich, wenn eine Gefahr für die biologische Vielfalt oder die öffentliche Sicherheit besteht. Hintergrund ist die Einstufung der Art als mittlerweile weit verbreitet in Deutschland, sodass eine flächendeckende Bekämpfung zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung nicht mehr als zielführend angesehen wird. Die Stadt Bonn beseitigt daher Nester der Asiatischen Hornisse ausschließlich auf städtischen Grundstücken. Für private Grundstücke sind die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer verantwortlich. Eine Ausweitung der städtischen Maßnahmen auf Privatgrundstücke ist insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage derzeit nicht vorgesehen. Derzeit erfolgt die Bekämpfung auf städtischen Flächen gezielt dort, wo eine Gefährdung der biologischen Vielfalt besteht, insbesondere in Bereichen mit bekannten Vorkommen sensible _Gekürzt._ ## Dokumente - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3182668&OTYP=41)) - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3150334&OTYP=41)) - Sammeldokument öffentlich ([Original](https://www.bonn.sitzung-online.de/public/doc?DOCTYP=130&DOLFDNR=3187312&OTYP=41))