Originalquelle: ALLRIS-Original
261241 · 2026-06-17 · Große Anfrage · öffentlich
Antragsteller: Roland Borkowski Gerald Christ Frauke Kreuzer AfD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Der öffentliche Personennahverkehr erfüllt eine wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge und muss grundsätzlich für alle Bürger gleichermaßen zugänglich sein. Die vollständige Verlagerung des Fahrkartenkaufs auf bargeldlose Zahlungsmittel kann insbesondere für Menschen problematisch sein, die über keine Bankkarte, kein Smartphone oder keinen Zugang zu digitalen Bezahlsystemen verfügen.
Bargeld ist in Deutschland weiterhin ein gesetzliches Zahlungsmittel und wird von vielen Menschen bewusst genutzt. Dies betrifft insbesondere ältere Personen, Minderjährige, Touristen sowie Menschen in schwierigen sozialen oder finanziellen Lebenslagen. Auch bei technischen Störungen, Netzproblemen oder Ausfällen elektronischer Bezahlsysteme stellt Bargeld eine wichtige Ausweichmöglichkeit dar.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll zu prüfen, ob die vollständige Abschaffung von Barzahlungen im Bus mit dem Anspruch eines allgemein zugänglichen und sozial gerechten Nahverkehrs vereinbar ist oder ob zumindest ergänzende Möglichkeiten für den Ticketkauf gegen Bargeld erhalten bleiben sollten.
Stellungnahme der Verwaltung
Aufgrund der zurzeit erforderlichen vordringlichen Bearbeitung von Maßnahmen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Nordbrücken-Sperrung kann eine fristgemäße Stellungnahme nicht erfolgen. Die Verwaltung bittet daher um Vertagung.
Stellungnahme der Verwaltung
Die Verwaltung nimmt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bus und Bahn (SWBV) wie folgt Stellung:
Aktuell ist der bargeldlose Ticketverkauf in rund 130 Bussen der SWBV umgesetzt.
Die Fahrgäste, die ausschließlich Bargeld nutzen, müssen Tickets vor Fahrtantritt von Ticketautomaten, in den SWB-Service Centern sowie an externen Vorverkaufsstellen erwerben, um mit dem ÖPNV fahren zu können.
Der mit der Umstellung verbundene Mehraufwand für die betroffenen Personen, insbesondere in der Anfangsphase, ist durchaus nachvollziehbar. Dennoch überwiegen aus Sicht der Verwaltung und der SWBV die betrieblichen und finanziellen Vorteile: Der Wegfall des Barverkaufs verkürzt die Haltzeiten an den Bussteigen, erhöht die Pünktlichkeit im gesamten Busnetz und steigert die Sicherheit für das Fahrpersonal. Von diesen Effekten profitiert die Gesamtheit der Fahrgäste langfristig.
Um den Ticketverkauf künftig auch ohne Bankkarte oder Smartphone zu ermöglichen, ist
_Gekürzt._