Originalquelle: ALLRIS-Original
261616 · 2026-08-26 · Antrag · öffentlich
Antragsteller: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Berit Keiser
Die Stadt Bonn will den Ausbau der Solarenergie beschleunigen, sukzessiv soll jede geeignete kommunale Dachfläche mit Solarmodulen ausgestattet werden (vgl. PM vom 19.6.26). Photovoltaikanlagen auf Schuldächern leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum kommunalen Klimaschutz. Schulen sind dabei nicht nur geeignete Standorte für die Erzeugung erneuerbarer Energie, sondern auch zentrale Lernorte. Deshalb sollte sichtbar gemacht werden, welchen konkreten Beitrag eine PV-Anlage vor Ort leistet.
Ein Informationspunkt mit gut sichtbarem Display macht die Stromerzeugung anschaulich und nachvollziehbar. Schülerinnen und Schüler können direkt erkennen, wie viel Strom erzeugt wird, welche Erträge erreicht werden und wie viel CO₂ eingespart wird. So werden abstrakte Themen wie Energieversorgung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit unmittelbar erfahrbar – auch für die Schüler*innen, die zu Hause nicht damit in Berührung kommen.
Wenn Schüler*innen an der Gestaltung der Informationstafeln beteiligt werden, stärkt dies zugleich Identifikation, Verantwortung und Teilhabe. Der Standort kann zudem als Lernort für andere Schulen dienen und als Modell für weitere Schulstandorte genutzt wer
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An einer geeigneten Schule, die mit PV ausgestattet ist bzw. werden soll, soll gemeinsam mit der Schulleitung, der Schulgemeinschaft und der Verwaltung ein Informationspunkt zu Photovoltaik eingerichtet werden. Dieser soll als Lernort am Objekt dienen, an dem sich Schüler*innen der betreffenden Schule sowie anderer Schulen über Funktionsweise, Nutzen und Bedeutung von Photovoltaikanlagen informieren können.
Wünschenswert ist, dass Schüler*innen die Informationstafeln gestalten. An dem ausgewählten Schulstandort soll ein gut sichtbares Display installiert werden, auf dem die aktuelle Stromerzeugung der Photovoltaikanlage sowie nach Möglichkeit weitere anschauliche Daten, etwa Tages-, Monats- oder Jahreserträge und eingesparte CO₂-Emissionen, dargestellt werden.
Stellungnahme der Verwaltung
Das SGB befindet sich gemeinsam mit den Stadtwerken in der Entwicklung eines Präsentationsformates für Displays in Schulen, über das die Daten der jeweiligen Photovoltaikanlage dargestellt werden sollen. Perspektivisch werden unterschiedliche Darstellungsformen für unterschiedliche Schultypen bereitgestellt. Am HHEK ist bereits ein für diese Darstellung geeignetes Display vorhanden. Ob und in welcher Form das Display unterrichtlich eingebunden wird, liegt in der pädagogischen Verantwortung der jeweiligen Schulleitung.
Wie aus der Vorlage ersichtlich, entfaltet der Beschluss finanzielle Auswirkungen und erfolgt vorbehaltlich der weiteren Prüfung im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH-Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung.
Sachverhalt
Das Anliegen des Ursprungsantrags ist richtig, aber es gibt noch viel Potenzial, das ausgeschöpft werden kann. Ein Display-Format existiert am HHEK Bonn schon, hier handelt es sich aber nur um einen standortbezogene Repräsentation, die maximal kurz registriert wird. Es fehlt eine Einordnung der Zahlen und eine Anschlussmöglichkeit für den Unterricht.
Ein zentrales Dashboard erreicht ab dem ersten Tag alle Bonner Schulen, unabhängig davon, ob die eigene Schule bereits eine Anlage oder ein Display hat. Die Daten werden ohnehin erfasst und für das laufende Vorhaben aufbereitet.
Offene Daten schaffen dabei den eigentlichen Bildungswert. Ein realer, lokaler und aktueller Datensatz, in Verbindung mit anschaulichen Alltagsgrößen (bspw. Anzahl x an k Wh sind 50 Tassen Kaffee, 800km Elektroauto fahren, 43x Handyaufladen, etc.) im Unterricht ist deutlich ergiebiger als eine Schautafel. Schüler*innen arbeiten mit den Zahlen der Stadt und mitunter der eigenen Schule statt mit konstruierten Übungsdaten. Die Entscheidung über die unterrichtliche Nutzung bleibt dabei Sache der Schulen.
Beschlussvorschlag
Die Beschlussvorlage 261616 wird wie folgt ergänzt:
Aufbauend auf dem derzeit entwickelten Präsentationsformat der Stadt Bonn wird die Verwaltung gebeten, die Ertragsdaten der Photovoltaikanlagen auf städtischen Schulgebäuden zusätzlich in einem zentralen, öffentlich zugänglichen Web-Dashboard darzustellen. Je Standort und in der Summe, mit aktueller Erzeugungsleistung, Tages-, Monats- und Jahreserträgen sowie vermiedenen CO2-Emissionen. Die Werte sollen dabei in anschauliche Alltagsgrößen übersetzt werden. Zur Einordnung des durch Solarkraft erzeugten Stroms sind zudem PV-Leistung, Himmelsausrichtung und Neigungswinkel der eingesetzten (Gruppen von) Solarmodule(n) aufzuführen; und, soweit bezifferbar, die Reduzierung der Stromkosten (bei Eigenverbrauch) und den Ertrag des nicht selbst genutzten Stroms in Euro. Einzelne Schulen sollen die Darstellung ihres Standortes auf der eigenen Homepage oder auf Bildschirmen einbinden können.
Die zugrunde liegenden Daten werden dabei als Open Data maschinenlesbar über das Open-Data-Portal der Stadt Bonn bereitgestellt, damit sie im Informatik-, Mathematik- und anderweitigen Unterricht als realer Datensatz genutzt werden können.